28 Juli 2011

Wellenreiten



Dahinreiten auf den Wellen des Lebens. Verträumter Frohsinn. Ansporn und Lust. Selbstgesetzte Grenzen erweitern. Das Nie-Knie wird zu: Wie schön. Elastisch. Neues Gleichgewicht finden. Immer wieder.
da geht es lang

Bild Barbara Simon

Aus Übersee

Der Koffer aus Übersee. Im Antikgeschäft für wenig Geld erworben. Ich habe ihn an den staunenden Passanten vorbeifliegend auf dem Gepäckträger meines Fahrrades transportiert. Was für eine Freude für all die Elementaras im Atelier.

26 Juli 2011

Hochzeitstag der Siebzehnte



Dankbarkeit ist ein wunderbares Lebenselexier. Es taucht die Seele in das erfrischende Bad des JETZT. Kostbarer Moment.
Der Erinnerungskuss taucht auf aus dem Nichts, befreit den Tag aus der Umklammerung.


Ich liebe dich
Weißt du das?
Ne, weiß ich nicht.
Warum nicht?
Weiß nicht.
Da staune ich.

09 Juli 2011

Verzascas blauer Faden (Video)



Tessin, das ist Zeit, die ganz mir gehört. Mir, der Kunst, der Natur und meinem Mann.
Früh muss ich mich aufmachen in den Raum der Übergänge von Nacht zu Tag. Wie ein Kaugummi klebe ich im Bett, traue mich nicht über die Schwelle in den ungewissen Raum, habe Angst vor der Öffentlichkeit. Mein Mann stupst mich an, hilft mir auf die Beine und in den Rucksack. Die Feenkleider thronen hinten auf dem Gepäckträger des Fahrrades. Am Bahnhof umsteigen ins Postauto, das mich in das Tal hoch über den See bringt. Verzasca, Lavertezza, Brione
Ich steige aus, unter der Brücke ist es noch menschenleer, dort wo sich bald Taucher, Brückenspringer, Sonnenanbeter und Wanderer tummeln. Jetzt gehört der Ort der stillen Magie, den Wind und Wassergeistern, den ersten Sonnenstrahlen. Ich geselle mich zu ihnen, schlüpfe in die blaue Farbe des Kleid. Beginne mein Spiel. Ein farbenprächtig bewegtes Gemälde in der Sonne. Kunst der Jenseitsstille. Einsam eins sein im lichten Raum. Mich hinein spinnen in die Bewegung des Ortes, den blaugrünen Fluss aufnehmen. Seine weißen Schaumkronen säumen mein Kleid. Zeitlose Kunstströmung ohne Störung. Erstaunt die wenigen Augen, die aus verschiedenen Winkeln auf mir ruhen. Meine Hände gleiten über den versteinerten Fluss, berühren.
Mit dem 9. Schlag der Kirchturmuhr von Lavertezza ergießt sich lautes Getrampel über die Flussfelsen. Der Zauber verlässt den Tag und ich den Ort, wandere weiter den Weg der Kunst vorbei an Baumhäusern und Wasserfällen. Das Gepäck auf meinem Rücken wie eingekappte Flügel trage ich flussabwärts.
Sie betrachten mich aufmerksam, spätnachmittags in einer Grotta die zwei Wanderer. Danke für das zauberhafte Farbenspiel heute Morgen unter der Brücke singen ihre französischen Münder in mein Ohr und laden mich ein. Kommen Sie wieder, wir wohnen hier. Die Bäume um mich herum lachen und klatschen in die Hände. Ja komm wieder rufen sie, als ich in das Postauto steige, dass mich zurück zum großen See bringt.